Unsere Chance: Hebammen jetzt gesetzlich stärken!

Weil gute Geburtshilfe genauso wichtig ist wie gute Pflege.

 

Der Bundestag möchte das Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern mit einem neuen Gesetz stärken, vergisst dabei jedoch die Hebammen. Dabei brauchen wir dringend neue Hebammenstellen, um dem Notstand in unseren Kreißsälen entgegenzutreten. Wir fordern deshalb die Aufnahme der Hebammen in das Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG). Weil Hebammen dieselbe Unterstützung verdienen wie die Pflege.

Die stationäre Pflege in Krankenhäusern und in der Altenpflege muss verbessert werden – dieses Anliegen unterstützen wir Hebammen voll und ganz. Die Geburtshilfe darf hierbei aber nicht außer Acht gelassen werden, denn sie steht vor ganz ähnlichen Problemen: In Deutschland kommen mehr als 98 Prozent der Kinder im Krankenhaus zur Welt – und die Geburtenzahlen steigen wieder. Hebammen in Deutschland betreuen inzwischen mehr als doppelt so viele werdende Mütter als ihre europäischen Kolleginnen.

Angesichts dieser untragbaren Belastung ziehen sich viele Hebammen aus ihrem Beruf zurück. Kreißsäle werden wegen hoher finanzieller Belastungen geschlossen. Für Eltern und Kinder bleibt eine unsichere und unzureichende Versorgung. Das muss sich ändern!

Wenn das neue Gesetz ohne die Aufnahme der Hebammen verabschiedet wird, drohen in der Folge weitere Verschlechterungen gegenüber heute. Frauen, Familien und Hebammen werden dann den Spardruck, der ohnehin schon auf der Geburtshilfe lastet, noch deutlicher zu spüren bekommen.

Am 6. November wollen die Abgeordneten noch einmal über das neue Gesetz sprechen. Nutzen wir deshalb jetzt die Chance, die Geburtshilfe in Krankenhäusern schnell und entscheidend zu verbessern. Bitten Sie Ihre Bundestagsabgeordnete oder Ihren Bundestagsabgeordneten um Unterstützung! Nutzen Sie unsere Briefvorlage oder schreiben Sie Ihren Abgeordneten Ihre persönlichen Erlebnisse mit der Aufforderung, sich im Bundestag für Hebammen einzusetzen.

Hier geht’s zu den Abgeordneten 

Ehrenmitgliedschaft Ulrike Hauffe

Am 16.08.18 wurde Ulrike Hauffe feierlich als Ehrenmitgliedglied im Hebammenlandesverband Bremen aufgenommen.
Während Ihrer 23-jährigen Tätigkeit als Frauenbeauftragte im Land Bremen, hat sie sich mit großem Engagement für eine Stärkung der Geburtshilfe eingesetzt.
Sie nutze ihre politsche Macht und ihr großes Netzwerk, um sich für die Belange der Gebärenden und der Hebammen in allen Gremien und auf allen Ebenen einzusetzen.

Ulrike Hauffe hat in ihrer langen Amtszeit viele Landesvorstände des Hebammenlandesverbandes kennengelernt. Sie hat sie alle herzlich aufgenommen, transparent die aktuellen politischen Neuigkeiten aufgezeigt, und uns ihre Informationen aus der Landes- und Bundespolitik zu kommenlassen. Wir profitierten von ihrer strategischen Weitsicht und der großen Kenntnis der unterschiedlichen Systeme. Sie war (und ist) uns immer eine große Ratgeberin gewesen.
Ihre hohe Fachkenntnis brachte sie auf zahlreichen Kongressen und Fachtagen ein. Mit ihrer großen Expertise und dem ungetrübtem Blick als Außenstehende wies sie uns auf manche Widersprüche hin und unterstütze unseren Berufsstand stetig in seiner Weiterentwicklung.
Wir möchten ihr mit der ersten Ehrenmitgliedschaft im Hebammenlandesverband für diesen großen Einsatz unseren Respekt und großen Dank ausdrücken.

Für Ihre weiteren Tätigkeiten, z.B. im Gemeinsamen Bundesausschuss wünschen, wir ihr viel Kraft und Erfolg.

Besuch von Sarah Ryglewski

Am 21.08.18 hat uns die Bundestagsabgeordnete Sarah Ryglewski in unserer Geschäftsstelle besucht. Wir hatten ausreichend Zeit, die momentanen Herausforderungen unseres Berufes darzustellen und einen Überblick über die Besonderheiten zu geben.

Wir baten um Unterstützung für eine Einbeziehung der Hebammen beim Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz. In dem momentanen Gesetzentwurf sind die Hebammen nicht mit bedacht. Da wir einen dringenden Handlungsbedarf sehen, Anreize für mehr Personal in den geburtshilflichen Abteilungen und Kreißsälen zu setzen, machen wir uns für eine Aufnahme der Hebammen in das Gesetz stark. Frau Ryglewski hat das aufgenommen und wird uns hierzu eine Rückmeldung geben.

Ein weiteres Thema war der fehlende Fortschritt bei der Novellierung unserer Berufsgesetze. Wenn ab Januar 2020 die Ausbildung der Hebammen ausschließlich an der Hochschule stattfinden soll, dann braucht es hierfür schnell eine solide gesetzliche Grundlage, damit alle Studienstandorte, Lehrende und Praxispartner planen können. Hier nehmen wir zur Zeit wenig Unterstützung seitens der Ministerien war.

Außerdem haben wir über die Abschaffung, bzw Reformierung der geringfügigen Beschäftigung gesprochen, wie über die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte. Diese beiden Umstände sorgen dafür, dass eine Teilzeit-Freiberuflichkeit für Hebammen nicht attraktiv ist und ist, unter anderem, ein Grund für die jetzigen Versorgungslücken.