Unsere Arbeit ist Gold wert!

Mit viel Elan sind wir zum 1. Mai dem Aufruf von ver.di gefolgt und haben wir den goldenen Block (zusammen mit der Pflege und sozialen Arbeit) bereichert. Neben dem üblichen Kampfgeist hatten wir auch Spaß! Bei der Abschlusskundgebung haben wir uns bei diversen PolitikerInnen noch einmal in Erinnerung gerufen und die Senatorin begrüßt, denn schließlich ist Wahlkampf in Bremen. Wir danken den beteiligten Kolleginnen!

Unsere Hebammen bei der Demo am 1. Mai 2019 im "Goldenen Block"

Hebammenberuf geht vollständig an die Hochschule

Hebammenverband begrüßt Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums

Das Bundesgesundheitsministerium hat aktuell mit einem Referentenentwurf die Umsetzung der vollständigen Akademisierung des Hebammenberufs in Form eines dualen Studiums bestätigt. 
Zukünftig werden alle Hebammen nur noch an Hochschulen ausgebildet. Wir begrüßen dies ausdrücklich und freuen uns, dass zahlreiche unserer Vorschläge aufgenommen wurden. 

Es soll eine bestmögliche praktische Ausbildung mit einer angemessenen Finanzierung gewährleistet werden. Hebammen werden während ihres gesamten Studiums eine Vergütung erhalten, die von den Krankenkassen finanziert wird. 
Die Studiengangleitungen werden von Hebammenwissenschaftlerinnen übernommen.

Das Herzstück des Hebammenberufs–die selbständige und eigenverantwortliche Versorgung von Frauen rund um die Geburt –wird mit den neuen Studienzielen bekräftigt.
Der hohe Stellenwert von Hebammen als den Expertinnen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett wird für die gesundheitliche Versorgung anerkannt und die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe als wichtige Aufgabe bestätigt

Erklärung zur Situation in der Frauenklinik im Josef-Hospital in Delmenhorst

Mit großer Besorgnis nehmen wir den Umgang mit der Chefärztin der Frauenklinik des Josef-Hospitals, Frau Dr. Lüdemann, zur Kenntnis.

Die fachliche Kompetenz von Frau Dr. Lüdemann ist weit über die niedersächsischen Grenzen hinaus bekannt und geachtet. So gehört Frau Dr. Lüdemann zu den wenigen Expertinnen die zur Zeit in der Leitlinienkommission an der AWMF S3 Leitlinie „Die vaginale Geburt am Termin“ und „Die Sectio caesarea“ mitarbeitet.

Ihren großen geburtshilflichen und gynäkologischen Kenntnissen und dem guten Ruf der von ihr geleiteten Frauenklinik ist es zu verdanken, dass sie trotz Insolvenzverfahren und Fachkräftemangel viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Oldenburg und Bremen für das Josef-Hospital gewinnen konnte.

Dass jetzt zahlreiche Hebammen und Ärztinnen/Ärzte gekündigt haben (wir gehen davon aus, dass weitere folgen) und damit absehbar ist, dass die Abteilungen der Frauenklinik ab April nicht mehr aufrecht erhalten werden können, betrachten wir mit ausgesprochen großer Sorge.

Uns sind die Hintergründe Ihrer Entscheidung nicht bekannt, aber wir möchten Sie darauf hinweisen, dass ein Verlust von so vielen Mitarbeiter*innen bei dem momentanen Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit nicht zu kompensieren ist. Alleine im Land Bremen sind zur Zeit 19 Hebammenstellen unbesetzt. Auch können weder die Frauenkliniken in Oldenburg noch in Bremen die 950 Geburten pro Jahr auffangen.

Für uns ist unverständlich, besonders vor dem Hintergrunde in der sich das Josef-Hospital zur Zeit befindet, wie eine sehr gut funktionierende Frauenklinik bewusst in eine Katastrophe gesteuert wird.

Wir fordern Sie auf, Ihre Entscheidungen mit allen Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung von Frauen und Neugeborenen der Region Delmenhorst zu überprüfen und gegebenenfalls Ihre Entscheidung zu revidieren.

28.12.18

Dr. Kerstin Schwarzer, Landesvorsitzende des Berufsverband der Frauenärzte e.V., Bremen Hebammenverband Niedersachsen e.V.
Hebammenlandesverband Bremen e.V.
Bremer Bündnis natürliche Geburt

Dr. Wladimir Pauker, Klinikdirektor, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Bremen-Nord gGmbH
Dr. Torsten Frambach, Chefarzt der Frauenklinik St. Joseph-Stift, Bremen


Unsere Chance: Hebammen jetzt gesetzlich stärken!

Weil gute Geburtshilfe genauso wichtig ist wie gute Pflege.

 

Der Bundestag möchte das Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern mit einem neuen Gesetz stärken, vergisst dabei jedoch die Hebammen. Dabei brauchen wir dringend neue Hebammenstellen, um dem Notstand in unseren Kreißsälen entgegenzutreten. Wir fordern deshalb die Aufnahme der Hebammen in das Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG). Weil Hebammen dieselbe Unterstützung verdienen wie die Pflege.

Die stationäre Pflege in Krankenhäusern und in der Altenpflege muss verbessert werden – dieses Anliegen unterstützen wir Hebammen voll und ganz. Die Geburtshilfe darf hierbei aber nicht außer Acht gelassen werden, denn sie steht vor ganz ähnlichen Problemen: In Deutschland kommen mehr als 98 Prozent der Kinder im Krankenhaus zur Welt – und die Geburtenzahlen steigen wieder. Hebammen in Deutschland betreuen inzwischen mehr als doppelt so viele werdende Mütter als ihre europäischen Kolleginnen.

Angesichts dieser untragbaren Belastung ziehen sich viele Hebammen aus ihrem Beruf zurück. Kreißsäle werden wegen hoher finanzieller Belastungen geschlossen. Für Eltern und Kinder bleibt eine unsichere und unzureichende Versorgung. Das muss sich ändern!

Wenn das neue Gesetz ohne die Aufnahme der Hebammen verabschiedet wird, drohen in der Folge weitere Verschlechterungen gegenüber heute. Frauen, Familien und Hebammen werden dann den Spardruck, der ohnehin schon auf der Geburtshilfe lastet, noch deutlicher zu spüren bekommen.

Am 6. November wollen die Abgeordneten noch einmal über das neue Gesetz sprechen. Nutzen wir deshalb jetzt die Chance, die Geburtshilfe in Krankenhäusern schnell und entscheidend zu verbessern. Bitten Sie Ihre Bundestagsabgeordnete oder Ihren Bundestagsabgeordneten um Unterstützung! Nutzen Sie unsere Briefvorlage oder schreiben Sie Ihren Abgeordneten Ihre persönlichen Erlebnisse mit der Aufforderung, sich im Bundestag für Hebammen einzusetzen.

Hier geht’s zu den Abgeordneten 

Ehrenmitgliedschaft Ulrike Hauffe

Am 16.08.18 wurde Ulrike Hauffe feierlich als Ehrenmitgliedglied im Hebammenlandesverband Bremen aufgenommen.
Während Ihrer 23-jährigen Tätigkeit als Frauenbeauftragte im Land Bremen, hat sie sich mit großem Engagement für eine Stärkung der Geburtshilfe eingesetzt.
Sie nutze ihre politsche Macht und ihr großes Netzwerk, um sich für die Belange der Gebärenden und der Hebammen in allen Gremien und auf allen Ebenen einzusetzen.

Ulrike Hauffe hat in ihrer langen Amtszeit viele Landesvorstände des Hebammenlandesverbandes kennengelernt. Sie hat sie alle herzlich aufgenommen, transparent die aktuellen politischen Neuigkeiten aufgezeigt, und uns ihre Informationen aus der Landes- und Bundespolitik zu kommenlassen. Wir profitierten von ihrer strategischen Weitsicht und der großen Kenntnis der unterschiedlichen Systeme. Sie war (und ist) uns immer eine große Ratgeberin gewesen.
Ihre hohe Fachkenntnis brachte sie auf zahlreichen Kongressen und Fachtagen ein. Mit ihrer großen Expertise und dem ungetrübtem Blick als Außenstehende wies sie uns auf manche Widersprüche hin und unterstütze unseren Berufsstand stetig in seiner Weiterentwicklung.
Wir möchten ihr mit der ersten Ehrenmitgliedschaft im Hebammenlandesverband für diesen großen Einsatz unseren Respekt und großen Dank ausdrücken.

Für Ihre weiteren Tätigkeiten, z.B. im Gemeinsamen Bundesausschuss wünschen, wir ihr viel Kraft und Erfolg.

Besuch von Sarah Ryglewski

Am 21.08.18 hat uns die Bundestagsabgeordnete Sarah Ryglewski in unserer Geschäftsstelle besucht. Wir hatten ausreichend Zeit, die momentanen Herausforderungen unseres Berufes darzustellen und einen Überblick über die Besonderheiten zu geben.

Wir baten um Unterstützung für eine Einbeziehung der Hebammen beim Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz. In dem momentanen Gesetzentwurf sind die Hebammen nicht mit bedacht. Da wir einen dringenden Handlungsbedarf sehen, Anreize für mehr Personal in den geburtshilflichen Abteilungen und Kreißsälen zu setzen, machen wir uns für eine Aufnahme der Hebammen in das Gesetz stark. Frau Ryglewski hat das aufgenommen und wird uns hierzu eine Rückmeldung geben.

Ein weiteres Thema war der fehlende Fortschritt bei der Novellierung unserer Berufsgesetze. Wenn ab Januar 2020 die Ausbildung der Hebammen ausschließlich an der Hochschule stattfinden soll, dann braucht es hierfür schnell eine solide gesetzliche Grundlage, damit alle Studienstandorte, Lehrende und Praxispartner planen können. Hier nehmen wir zur Zeit wenig Unterstützung seitens der Ministerien war.

Außerdem haben wir über die Abschaffung, bzw Reformierung der geringfügigen Beschäftigung gesprochen, wie über die Mindestbemessungsgrundlage für freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte. Diese beiden Umstände sorgen dafür, dass eine Teilzeit-Freiberuflichkeit für Hebammen nicht attraktiv ist und ist, unter anderem, ein Grund für die jetzigen Versorgungslücken.